Politik: Speicherförderung des Bundes wird mutmaßlich fortgeführt / Minister Gabriel: "Wir haben dazu einen Vorschlag entwickelt."

27.11.2015 13:24

Das Batteriespeicherförderprogramm des Bundes soll offenbar noch fortgeführt werden. Es handele sich bei der Photovoltaikbranche um eine Branche, die sich gerade wieder erholt, sagte Thomas Jurk von der SPD-Fraktion in der Bundestagsdebatte über den Bundeshaushalts am Donnerstag. »Da sind Marktanreize wichtig«. Zudem brauche man im neuen Strommarkt »einen fairen Wettbewerb aller Flexibilisierungsoptionen«. Das schließe aber eine gezielte systemdienliche Förderung von Batteriespeichern nicht aus. »Sie muss jedoch der Systemintegration der erneuerbaren Energien dienen«, so der Abgeordnete. Als Ergebnis von Gesprächen im Wirtschaftsministerium über eine mögliche Förderung von Batteriespeichern werde es »voraussichtlich ein neues, an die derzeitigen Anforderungen für den Strommarkt angepasstes Programm geben«. Bundeswirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel bestätigte dies in seiner späteren Rede auf Nachfrage indirekt und sagte, man habe »dazu einen Vorschlag entwickelt«. In einer ersten Stellungnahme begrüßte der Energiebeauftragte der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Thomas Bareiß, »die Fortführung der Förderung der Batteriespeicher« als »wichtigen Schritt zur besseren Integration der erneuerbaren Energien«. Die Batteriespeicher in Verbindung mit Photovoltaikanlagen hätten seit 2013 durch das Förderprogramm des Bundes »eine kleine Erfolgsgeschichte geschrieben«. Diesen Weg »gehen wir nun für die Batteriespeicher weiter«. Bündnis90/Die Grünen werteten die Fortsetzung als parteipolitischen Erfolg. So erklärten Anja Hajduk, Mitglied im Haushaltsausschuss, und Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik, die Ankündigung als »späte Einsicht und eine gute Nachricht für den Klimaschutz und die deutsche Wirtschaft«. Man freue sich, »dass die Regierung offenbar bereit ist, unsere Forderungen zu übernehmen«. Ihr habe jedoch der Mut gefehlt, »unserem heutigen Antrag, der genau diese Fortführung des Programmes mit einem jährlichen Volumen von 25 Millionen Euro über drei Jahre fordert, zuzustimmen«. Details des Programms waren bis Redaktionsschluss nicht zu erfahren. Wirtschaftsminister Gabriel hatte erst kürzlich dessen Abschaffung zum Jahresende verkündet und damit in der Branche für Empörung gesorgt.

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Wirtschaft: Europäische Klimaschutzziele sind auch ohne Atomkraft erreichbar

09.11.2015 11:13

Photovoltaik und Windkraft können Atomstrom ersetzen – Energieexperten des DIW Berlin: Renaissance der Atomkraft ist weder sinnvoll noch nötig – Finanzierung des Rückbaus der Atomkraftwerke und der Endlagersuche sollte über öffentlich-rechtlichen Fonds gesichert werden.

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Studie: Stromverbrauch steigt durch Wärme- und Verkehrssektor um 20 Prozent

22.10.2015 09:54

Der Netto-Stromverbrauch (also der Bedarf ohne die Eigenversorgung von Kraftwerken) in Deutschland wird bis zum Jahr 2050 um rund 20 Prozent steigen, wenn die Energiewende verstärkt auch auf den Wärme- und Verkehrssektor ausgedehnt wird. Dies wiederum ist notwendig, wenn Deutschland seine nationalen und die europäischen Klimaschutzziele erreichen will. So lautet die Kernaussage einer Studie des Fraunhofer Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik im Auftrag von Agora Energiewende. Um aber die dann benötigte Menge elektrischer Energie von 620 Terrawattstunden (gegenüber heute rund 545 Terrawattstunden) klimafreundlich zu erzeugen, wird der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) definierte »Ausbaupfad« jeweils 2,5 Gigawatt Wind- und Photovoltaikleistung nicht ausreichen. Aktuell wird dieser Pfad bei der Photovoltaik ohnehin schon deutlich unterschritten, für 2015 ist mit einem Zubau von etwa 1,3 Gigawatt zu rechnen.

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Politik: EEG-Umlage bleibt lt. BMWi stabil

16.10.2015 10:07

Obgleich die gestern von den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern bekannt gegebene EEG-Umlage 2016 mit 6,35 Cent je Kilowattstunde um 0,18 Cent beziehungsweise 2,9 Prozent höher liegt als der aktuelle Betrag (6,17 Cent), spricht das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in einer Mitteilung von einer »stabilen« Umlage. Hierbei stützt sich das Ministerium auf die zur Strombeschaffung wesentliche Summe aus EEG-Umlage und durchschnittlichem Börsenstrompreis. Letzterer ist seit 2013 rückläufig. Für 2016 errechnet sich auf Basis der bereits bekannten Abschlüsse (»Futures«) ein voraussichtlicher Betrag von 3,42 Cent; zusammen mit der EEG-Umlage ergeben sich also 9,77 Cent. Für 2015 liegt die Summe aus Börsenstrompreis und Umlage bei 9,96 Cent, 2014 waren es 10,46 und 2013 noch 10,55 Cent. Das BMWi führt dies auf die 2014 durchgeführte Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zurück. Kritiker kommen – je nach Sichtweise – zu gänzlich anderen Einschätzungen. Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen verweist darauf, dass trotz steigender Stromproduktion aus erneuerbaren Energien die auf dem Markt befindliche Menge von Kohlestrom nicht gesunken ist. Weil es »nach wie vor keine angemessenen Abgaben für Umwelt- und Klimaschäden auf Kohlestrom gibt«, könne dieser »zu Dumpingpreisen« angeboten werden, was ein wichtiger Grund für die fallenden Börsenstrompreise und damit auch für das Ansteigen der EEG-Umlage sei. Hinzu komme, dass die Bundesregierung die für Großverbraucher geltenden Befreiungen von der Umlage nicht verringert habe. Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Ulrich Grillo, erklärte hingegen, die EEG-Umlage bleibe »ein gravierender Wettbewerbsnachteil für die deutschen Unternehmen«. Die Industriestrompreise in Deutschland gehören nach Darstellung des BDI »nach wie vor zu den höchsten in Europa«. Auf die umfangreichen Befreiungen oder die Tatsache, dass die Strombeschaffungskosten der Industrie seit Jahren rückläufig sind sowie auf die auch im europäischen Vergleich sehr niedrigen Börsenstrompreise (viele Großverbraucher beziehen ihren Strom zumindest teilweise direkt an der Börse) ging der BDI hierbei nicht ein.

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Politik: IEA erachtet hohe Subventionen für Wind und Solar als nicht mehr nötig

06.10.2015 10:40

Auch wenn die politischen Rahmenbedingungen für Photovoltaik und Onshore-Windkraft nach wie vor eine entscheidende Rolle spielen, sind für den wirtschaftlichen Erfolg dieser beiden Technologien keine hohen Subventionen mehr erforderlich. Dies ist die Kernaussage eines Berichts der Internationalen Energieagentur (IEA) zu Marktbedingungen für erneuerbare Energien (»Medium-Term Renewable Energy Market Report 2015«). Der Studie zufolge sind die Kosten für Windkraft von 2012 bis 2015 um rund 30 Prozent gesunken, bei Photovoltaik sogar um zwei Drittel. In einer Vielzahl von Ländern, darunter Brasilien, Ägypten, Südafrika und eine Reihe von US-Bundesstaaten, würden Verträge für Strom aus Solarkraftwerken zu Preisen zwischen sechs und acht US-Cent (5,3 bis 7,1 Eurocent) abgeschlossen. Die niedrigsten Preise werden dem Report zufolge in Ländern mit einer Kombination aus Wettbewerb um langfristige Verträge, guten technischen Bedingungen und Möglichkeiten zur Reduzierung finanzieller Risiken erzielt.

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